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Hilfe, wer bin ich?

Menschen ohne Erinnerung

Film von Liz Wieskerstrauch

Sendetermin

Do, 21.07.11, 23.50 Uhr

Nach Unfällen oder durch Krankheit erleiden manche Menschen einen Gedächtnisverlust, der manchmal das ganze Leben betrifft. Wie ist das, wenn man den Menschen, den man im Spiegel sieht, nicht mehr kennt – ebenso wenig wie alle anderen Menschen in seinem Umfeld?

Sabine B. lebt heute in Hamburg, der Stadt ihres zweiten Lebens. Es gab ein erstes Leben in Würzburg, mit Mann und Tochter und einem Beruf. Dann hatte sie eine Gehirnhautentzündung und erlitt einen totalen Gedächtnisverlust. Sie kannte ihren Mann nicht, ihre Tochter nicht, sich selbst nicht und konnte auch mit all den Fotos und Tagebüchern von früher nichts anfangen.

"Festplatte gelöscht", sagt sie heute lächelnd, "da ist wieder viel Platz für Neues". Und tatsächlich: Sabine B. hat sich die Welt komplett neu angelesen, sich selbst neu ausprobiert, alles neu erfahren: Was interessiert mich? Was schmeckt mir, was nicht? Was kann ich? Was will ich? Zu ihrem Mann kam das Gefühl nicht wieder, also ließ sie sich scheiden und wagte einen Neuanfang in Hamburg, komplett ohne Altlasten. Hier hat sie auch die Liebe ganz neu entdeckt.

Der Student Michael W. hat durch einen epileptischen Anfall vor einem Jahr komplett das Gedächtnis verloren. Plötzlich wusste er weder wer er ist, noch wie er heißt und erkannte auch seine Freundin nicht mehr - ein Schock für die junge Frau. Lediglich seine Eltern kamen ihm halbwegs bekannt vor. Seitdem lernt er alles neu. In seine Freundin hat er sich neu verliebt. Aber kann er auch sein mühsam erworbenes Wissen wieder erwerben? Sein Studium abschließen?

Martina K. hatte kurz nach der Geburt ihres Wunschkindes eine schwere, lebensgefährliche Gehirnblutung. Die Folge: Sie kann sich an die Geburt und die Zeit der Schwangerschaft nicht mehr erinnern, das Kind, das man ihr in die Arme legte, war ihr fremd. Die Fotos waren wie Bilder von unbekannten Personen, dennoch muss sie lernen, eine natürliche Beziehung zu ihrem Sohn aufzubauen. Ihr Mann und ihre Mutter unterstützen sie dabei. Ihre Tagebücher helfen, die Frau kennen zu lernen, die sie einmal war.

Dieser Film von Liz Wieskerstrauch begleitet Menschen ohne Erinnerung an die Vergangenheit, ohne Bezug zu denen, die einmal von größter Bedeutung waren, Menschen mit gebrochener Identität, aber voller Hoffnung.

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